Vom Spielzeug für Superreiche bis zum Wassersport-Set für
Einsteiger: Die Palette auf dem Saló Nàutic in Palma reicht vom
Edel-Schiff für 17 Millionen Euro bis zum Kajak mit Paddel und
Schwimmweste für 490 Euro...
Für den Briten Andy James hat sich die Reise nach Palma zur Bootsmesse
Saló Nàutic schon gelohnt. „Das ist genau mein Ding, so ein modernes und
zeitgemäßes Design", sagt er über die Sealine-Yacht F46 mit den beigen
Ledercouchen, die er gerade mit seinen Freunden besichtigt. Seine
Entscheidung ist gefallen. „Im September kaufe ich die F42, die ist
genauso, nur etwas schmaler und kleiner." Preis: Um die 400.000 Euro.
Damit will der 48 Jahre alte Inhaber eines Reisebusunternehmens dann in
seiner Freizeit an der englischen Südküste entlangsegeln. „Das wird das
Ferien-Zuhause für mich und meine Familie."
Warum er zur
Besichtigung eigens nach Mallorca gekommen ist? „Bootsmessen gibt es
zwar auch in England, aber dort ist es nicht so schön und sonnig wie
hier." Bereits zu Beginn der Messe war eine Sealine-Yacht verkauft
worden. „An einen Österreicher, für 650.000 Euro", berichtet André
Nelles, Geschäftsführer der Firma auf Mallorca.
Dabei sind
Spontankäufe von Yachten eher selten. Beim italienischen
Luxusyachten-Hersteller Sanlorenzo, bei dem die Kunden die
Innenausstattung selbst bestimmen, ist der Yachtkauf bis zur
Auslieferung sogar ein Entstehungsprozess von ein bis zwei Jahren, wie
Verkaufsleiter Johannes Brechmann (im Bild links außen) berichtet.
Diese
Einflussnahme auf die Gestaltung scheint mitunter mehr Spaß zu machen
als die Benutzung der schwimmenden Edel-Wohnungen. So wird die 17
Millionen Euro teure Alu-Yacht eines Deutschen mit ausklappbarem Balkon,
Fitnessstudio, Dampfsauna, einem Büro mit einem mit Hermes-Leder
bezogenen Schreibtisch, riesigem Wohnzimmer und Eigner-Schlafzimmer
bereits nach zwei Jahren zum Wiederverkauf angeboten.
„Die
meisten schaffen nicht mehr als 20 bis 30 Stunden Fahrzeit im Jahr",
sagt Gero Brueser vom Yachtservice und Brokerage in Puerto Portals, der
Motoryachten der italienischen Werft Performance Marine auf der Messe
vorstellt. Das Modell 1407 mit drei starken Mercury-Racing-Motoren
(Preis 1,2 Millionen Euro) zog dort die Aufmerksamkeit von
Immobilienunternehmer Matthias Kühn auf sich.
Doch der Saló
Nàutic ist nicht nur etwas für Reiche und Superreiche. Wer günstig aufs
Wasser will, findet dort etwa auch einen zerlegbaren, aufblasbaren
Mini-Katamaran zum Messe-Preis von 2.900 Euro. „Der ist
super-transportabel und passt in jede Stadtwohnung", wirbt
Vertriebsleiter Carsten Steinkämper von Mini-Cat. Alternativ gibt es
einen Gang weiter bei „Kanu Adventure" ein Kajak mit Paddel und Weste
für 490 Euro.
Die Messe in Zahlen:
Im
Vergleich zum Vorjahr hat sich die Bootsmesse Saló Nàutic in Palma
verkleinert: Die Ausstellungsoberfläche ist um 17 Prozent reduziert, die
Zahl der teilnehmenden Unternehmen ist von 162 auf 140 zurückgegangen.
Rund 30 Prozent der Firmen sind in deutscher Hand, darunter etwa
Drettmann, Bavaria und Hanse. Die Aussteller seien zufrieden, sagte
Messe-Direktor Chema Sans am Mittwoch (28.4.). Auch die Besucherzahlen
seien zur Halbzeit der Messe ähnlich wie 2009. Damals waren insgesamt
rund 30.000 gekommen, im Jahr 2007 waren es noch 47.000. Ähnlich wie in
der Immobilienbranche lassen sich die Preise für Boote und Yachten
aushandeln. Preisnachlässe um 20 bis 25 Prozent oder zum Teil noch höher
sind keine Seltenheit. Die am Samstag (24.4.) eröffnete Messe läuft
noch bis zum Sonntag (2.5.).
(quelle: www.mallorcazeitung.es)
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